Ich kann, ich will – Weshalb die Frage nach dem Warum so wichtig ist

Vielleicht kennst Du das auch. Die gefühlt große Frage: Was willst Du? Im Leben, in der Arbeit, von der Welt…
Puh, das bereitet oft erst einmal Kopfzerbrechen. Und weil sich die Frage so groß, ja schon übermächtig anfühlt, rutschen wir lieber gleich in eine andere Frage ab: Was kann ich eigentlich?

Ich KANN klärt das WIE.
Ich WILL klärt das WARUM.

Die Frage nach dem Können ist uns oft ein bisschen angenehmer. Sie scheint das mit dem Wollen zumindest einmal einzuschränken. Denn schon von klein auf wurde uns bestätigt, was wir können und von was wir lieber die Finger lassen sollten.

  • Julia ist super mit Zahlen, aber nicht wirklich kreativ.
  • Simone ist super in Sprachen, aber nicht wirklich analytisch.
  • Daniel ist gut in Naturwissenschaften, aber nicht, wenn es um das Zwischenmenschliche geht.

So und ähnlich lernen wir Stück für Stück unsere scheinbaren Talente kennen, ebenso wie unsere Limitationen. Und wir glauben sie.
So sehr, dass die Frage nach dem “was WILL ich” vielmehr zu einem “was KANN ich” wird. Oder anders gesagt:

Das WIE ich etwas umsetze, wird über das WARUM gestellt.

Jedoch wirst Du die Frage nach dem WIE und dem KÖNNEN immer nur aus der Retrospektive, also indem Du die Vergangenheit betrachtest, beantworten können.
In was war ich gut in der Schule, im Studium? Was habe ich bisher wie erreichen können?
Alles schön und gut, aber letztendlich schaust Du dabei nur in die Vergangenheit und schließt von ihr auf die Zukunft.

Welche Wege bin ich bisher wie gegangen?

Und genau diese Wege wiederholen wir normalerweise immer und immer wieder.

Nun schleichen sich folgende Fragen ein: Wer sagt denn,

  • dass Julia nicht doch eine kreative Seite hat, der bisher nur nicht genug Zeit eingeräumt wurde? Oder,
  • dass Simone nicht doch analytische Fähigkeiten hat, die bisher übersehen oder noch nicht gefördert wurden? Und,
  • dass Daniel wirklich nicht gut im Zwischenmenschlichen ist?

Hier kommt die Frage nach dem WOLLEN ins Spiel und damit das WARUM.

Stell Dir dafür folgende Frage:

  • Wenn alles auf der Welt möglich wäre, was würde ich wollen? Sein wollen, machen wollen, wahrnehmen wollen?
  • Und dann frage Dich WARUM? Warum möchte ich XY sein, machen, wahrnehmen?

Dieses WARUM versetzt Berge, lässt Talente entdecken, Neues ausprobieren, unberührte Wege gehen.

WARUM kommt vom Herzen.
WIE kommt vom Verstand.

Wenn wir uns klar machen, WARUM wir etwas wollen – und meistens folgen einem Grund viele weitere, man muss nur einmal damit anfangen – dann klärt sich das WIE in darauffolgenden Schritten.

Das WARUM ist, was Dich letztendlich bewegt.

Ein Beispiel hierfür aus unserem Leben:
Wir hatten den Traum, Zeit zu haben zum Reisen.
Wären wir zuallererst den vielen WIES verfallen (wie soll das denn gehen – wir haben doch beide feste Jobs; wie sollen wir uns das leisten – wir haben doch nicht genügend Geld; wie machen wir das denn dann mit der Krankenversicherung, An- und Abmeldung, etc mulitpliziert mit 1000) hätte uns das sofort ausgebremst. Erschlagen. Der Traum wäre gestorben, bevor er überhaupt die Chance bekommen hätte zu wachsen. Unser Verstand wäre durchgedreht vor lauter Problemen, Hürden, die uns anfangs viel zu groß vorgekommen wären.

Anstattdessen haben wir uns mit dem WARUM beschäftigt. Warum schlummert in uns dieser Traum? Warum wollen wir losziehen?

Durch viele Gespräche wurde uns klar, wir wollten Zeit füreinander und individuell, Ängste überwinden, das Leben von einem anderen Blickwinkel betrachten, schauen wen und was wir auf dem Weg treffen, Abenteuer erleben, das Gefühl spüren lebendig zu sein, neue Kulturen kennenlernen, mit Zeit ohne hetzen zu müssen…
Einmal angefangen, hat unser Herz gar nicht mehr aufgehört ein WARUM nach dem anderen rauszulassen.

Diese ganzen WARUMS machten den Traum so stark, dass wir Stück für Stück die WIES lösten.

Wir sprachen mit unseren Chefs, kündigten unsere Jobs, gingen zur AOK, Bürgeramt, Arbeitsamt etc,  kümmerten uns um Krankenversicherung, Finanzen, An-/Abmeldung, usw. und flogen los nach Bali. Alles hat sich gefügt.

Aber wir haben starke WARUMS als Basis gebraucht, auf welcher sich die WIES klären konnten.

Darum ist die Frage nach dem WARUM so essentiell.
WARUM ist das stärkste Fundament, das Du Dir bauen kannst.
WIE zeigt sich danach.

Love,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.